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Burnout Syndrom – die Ursachen

burnout syndrom_02Jeder kennt diese Situtation: Ihr Vorgesetzter bietet Ihnen ein lukratives Jobangebot, was einerseits mehr Verantwortung und mehr Arbeit mit sich bringt, aber andererseits auch dementsprechend vergütet wird. Sagen Sie zu einem solchen Angebot „Nein“, auch wenn Sie sich körperlich und seelisch nicht zu 100% fit fühlen.
Die heutige Generation ist darauf aus, viel zu verdienen und einen gewissen Lebensstandard beizubehalten, denn die Familie, welche zu Hause wartet, muss ernährt werden und um dies zu ermöglichen, macht man auch schon einmal 10-20 Überstunden. Doch dann kommt irgendwann der Moment, Sie haben zu viel gearbeitet – immenses Engagement gezeigt, doch jetzt ist Ihre Energie auf 0%. Sie sind ausgebrannt. Burnout.

Wenn Sie jemals in dieser Phase gewesen sind, haben Sie sich sicherlich mehrmals die Frage gestellt: Habe ich wirklich Burnout? Was genau ist das Burnout Syndrom? Bilde ich mir das nur ein?

Die Entstehung eines Burnout Syndrom

Wie genau die Entwicklung eines Burnout Syndrom aussieht, ist bis dato noch nicht exakt definiert. Einig ist man sich nur in der Tatsache, dass anhaltender Stress bei der Entstehung eines Burnout Syndrom eine entscheidene Rolle spielt. Hier werden einzelne Faktoren auf zwei unterschiedlichen Ebenen abwechselnd wirksam. Ebenso ist das Ignorieren von immer wieder auftretenden Erschöpfungssymptomen ein Indikator für das Krankheitsbild des Burnout Syndrom. Kurzfristige Stresssituationen können wir ohne jegliche körperliche Auswirkungen überwinden, doch sollten diese Situationen mehrere Wochen oder sogar Monate andauern, bringt dies schwerwiegende Konsequenzen für den menschlichen Organismus mit sich. Hier ist die Fragestellung: Wie lange kann ich das noch mitmachen? Wie viel muss ich noch arbeiten? Solche persönliche Fragen sind bereits der erste Indikator, dass man sich überfordert fühlt und erste Anzeichen von einem Burnout Syndrom entstehen.

Bei der ersten Ebene kommen vor allem personenexterne Belastungsfaktoren vor, welche Stress verursachen. Im Berufsleben können dies Faktoren der organisatorischen Ebene sein oder auch auf Grund von Mobbing entstehen. Viele Betroffene verschweigen die Tatsache, dass Mobbing am eigenen Arbeitsplatz stattfindet, nur aus Angst, nicht den Job zu verlieren. Somit findet hier eine Verkettung von Stressfaktoren zusammen, welche eine Entwicklung des Burnout Syndrom nur noch verstärken.
Die zweite Ebene baut auf personeninterne Persönlichkeitsfaktoren auf, die den Grundstein für ein entstehendes Burnout Syndrom bilden.

Doch wann genau kann man von sich selbst sagen:“ Ich habe Burnout“. Vor allem stellt sich die Frage, wer gibt dies auch wirklich zu. Die meisten Menschen ignorieren sämtliche Anzeichen, denn in der heutigen Zeit wird vor allem das Stresspotential bei jedem Mitarbeiter bis aufs höchste ausgereizt und als Arbeitnehmer akzeptiert man dies auch, um den Job nicht zu verlieren. Doch was, wenn die Batterien tatsächlich leer sind, wenn man fehlerhafte Arbeiten abliefert und sich schuldig fühlt und am liebsten allein sein möchte. Solche und viele andere Symptome definieren das Burnout Syndrom.

Burnout Syndrom – Symptome

Burnout Sypmtome zeigen sich auf verschiedenen Ebenen, jedoch gibt es kein eindeutiges Hauptsyptom, welches ein Burnout Syndrom genau definiert. Ausgangspunkt und den damit verbundenen Symptomen ist hauptsächlich die Produktion von sogenannten Stresshormonen, welche im Gehirn entstehen. Da vor allem Stresshormone die Psyche belasten, können sich unterschiedliche körperliche Beschwerden entwickeln, welche von Kopfschmerzen, Brustschmerzen bis hin zu Herzschmerzen reichen können. Burnout Syndrom

Grundsätzlich lassen sich Burnout Symptome in folgende Kategorien gliedern:
–   Psychische Burnout Symptome
–   Physische Burnout Symptome
–   Soziale Burnout Symptome

Alle Burnout Symptome beginnen in einem kleinen Anfangsstadium, welches von den Betroffenen nicht als Burnout Vorstufe erkannt wird. Sie reichen von alltäglichen Belastungen wie dem inneren Widerstand, täglich zur Arbeit zu gehen, Arbeitsaufträge, die nicht mehr in der geforderten Frist abgegeben werden können bis hin zur sozialen Isolation und erheblichen körperlichen Beschwerden. Burnout Syndrom

Grundsätzlich kann das Burnout Syndrom zu sehr vielen unterschiedlichen Symptomen führen, wobei nicht jedes Symptom bei jedem Betroffenen auftreten muss. Jeder Mensch geht mit Stress anders um und somit können auch viele unterschiedliche Auswirkungen von Stress auftreten. Doch grundsätzlich ist es bewiesen, dass Stress auch dem noch so resistenten Menschen krank macht.

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Burnout Syndrom -Phasen

Eine psychische Belastung mit einem resultierenden Burnout Syndrom entsteht jedoch nicht von einem Tag auf den anderen. Das Burnout Syndrom entwickelt sich im Laufe der Zeit und kann in verschiedene Phasen eingegliedert werden.

Phase 1 – Warnsymptome sind Überaktivität und Überforderung
Hier beginnt das Frühstadium und die Entstehung eines Burnout Syndrom. Die betroffene Person ist noch hoch motiviert und nimmt jedes Stresslevel in Kauf, um zum gewünschten Erfolg zu kommen. Man nimmt unzählige Überstunden in Kauf, jedoch begreift man erst nach längerer Zeit, dass das gewünschte Ergebnis nicht abgeliefert werden kann und das sämtliche Arbeitsstunden umsonst gewesen sind. Es kommt hier aber schon zu den ersten körperlichen Beschwerden, welche einerseits Magenschmerzen, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen sein können. Burnout Syndrom

Phase 2 – reduziertes Interesse
In dieser Phase hat der Betroffene bereits realisiert, dass die erhofften Ziele nicht erreicht wurden und das einstige Engagement geht drastisch zurück. Mittlerweile können alltägliche Aufgaben im Arbeitsbereich nicht mehr vollständig ausgearbeitet werden, man reduziert die Arbeitszeiten, indem Pausen einfach verlängert werden und man zieht sich von Mitmenschen zurück.

Phase 3 – Emotionale Reaktion
Betroffene suchen in dieser Phase des Burnout Syndrom einen Schuldigen, dies kann einerseits er selbst sein oder jemand anders. Hinzukommt das Gefühl von Selbstmitleid, was in eine Depression münden kann. Betroffene entwickeln Pessimismus, Selbstmordgedanken und haben Angstzustände.

Phase 4 – Abbau, nachlassende Leistungsfähigkeit
Aufbauend auf Phase 3 findet in der Phase 4 eine Reduktion der Leistungsfähigkeit statt. Es treten immer wieder Flüchtigkeitsfehler auf und der Betroffene wird vergesslich. Entscheidungen können von dem Betroffenen nicht mehr getroffen werden, da ständig das Gefühl der Demotivation, Angespanntheit und Unsicherheit das Leben bestimmt.

Phase 5 – kein Interesse, Verflachung Burnout Syndrom
Durch die in Phase 4 beschriebenen Symptome findet in Phase 5 die totale emotionale Isolation statt. Der Betroffene ist zu sämtlichen Entscheidungen gleichgültig und will für sich alleine sein. Soziale Kontakte sowie Hobbies werden vernachlässigt oder fallen total aus. Es dominiert mittlerweile das Gefühl der Langeweile und der ständigen Einsamkeit.

Phase 6 – Intensivierung der körperlichen Beschwerden Burnout Syndrom
Aufgrund der aus Phase 5 entstandenen Isolierung treten Kopfschmerzen und Magenschmerzen in sehr häufigen Abständen auf und können sich von Tag zu Tag intensivieren.

Phase 7 – Verzweiflung dominiert das tägliche Leben Burnout Syndrom
In dieser Phase haben sich sämtliche psychischen und physischen Symptome derart versteift, dass der Betroffene mittlerweile schon Selbstmordgedanken hegt und seinem Leben keinem Sinn mehr gibt und die Erfüllung der Tod sei.

Da die Phasen in sich aufbauen, müssen schon erste Anzeichen eines Burnout Syndrom erstgenommen werden. Hierzu zählen vor allem Anzeichen wie die Zunahme von Überstunden, welche in Krankenständen resultieren. Sollte man sich in einer der Phasen befinden, muss man sich immer wieder die Frage: „Wie weit kann ich gehen, ohne ausgebrannt zu sein?“, stellen. Das eigene Wohl und die eigenen Bedürfnisse müssen auch bei einem gut bezahlten Job an erster Stelle stehen.

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Burnout Syndrom Prävention

Die Ursachen, warum ein Burnout Syndrom entsteht, hängt von unterschiedlichen physischen, psychischen und sozialen Faktoren ab. Fakt ist, dass immer mehr Menschen an dem Burnout Syndrom erkranken. Um jedoch im Vorfeld schon vorbeugende Maßnahmen gegen ein Burnout Syndrom zu setzen gibt es spezielle ausgerichtete Präventionsmaßnahmen.

Man unterscheidet hier zwischen 3 grundlegenden Präventionsphasen:

Primäre Prävention
Die primäre Prävention zielt darauf ab, dass die Gesundheit erhalten wird, um ein Burnout Syndrom nicht entwickeln zu können. Hierzu zählen vor allem Entspannungstechniken wie Yoga oder Pilates. Betriebe, welche darauf aus sind, die Mitarbeiter zu fördern und dem Burnout Syndrom entgegen zu wirken, bieten eigens dafür ausgerichtete Seminare an.

Sekundäre Prävention
Sollte das Burnout Syndrom bereits eingetroffen sein, wird die sekundäre Prävention verwendet sowie auch weitere präventive Maßnahmen gegen eine Weiterentwicklung des Burnout Syndrom. Hier fallen vor allem Vorsorgeuntersuchungen sowie Vorbeugungen von einem Burnout Syndrom hinein. Im unternehmerischen Bereich sollte hier vor allem das Augenmerk auf Mitarbeiter- Gespräche und Supervisionen gelegt werden.

Tertiäre Prävention
Die tertiäre Prävention zielt darauf ab, die bereits aufgetretene Krankheit zu stoppen und mögliche Folgeerscheinungen eines Bundout Syndrom einzudämmen. Im Arbeitsbereich kann dies unter anderem durch eine Stundenreduktion erfolgen, wenn schon ein Burnout Syndrom bei dem Betroffenen diagnostiziert wurde. Des Weiteren sind auch regelmäßige Check-ups beim Arzt wichtig sowie eine psychotherapeutische Betreuung beim Wiedereinstieg in das Arbeitsleben.

Burnout und mögliche Therapieformen
Da das Burnout Syndrom eine besonders ernst zunehmende Krankheit ist, müssen dementsprechende Therapiemöglichkeiten ausgearbeitet werden, um den Betroffenen einerseits einen Wiedereinstieg in das berufliche Leben zu ermöglichen und eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu vermeiden, welche bereits durch das Burnout Syndrom eingetreten ist.

Sollte der Betroffene bereits in einem früheren Stadium des Burnout Syndrom leiden, können einzelne therapeutische Sitzungen bereits ausreichen, um das Problem in Angriff zu nehmen. Gemeinsam mit einem Therapeuten werden Strategien und Ziele erstellt, um das Burnout Syndrom zu bekämpfen. Hier sind vor allem Muskelentspannungsübungen sowie progressive Muskelentspannungen hilfreich, um den Körper wieder in ein Gleichgewicht zu bringen und etwaige schlechte Gedanken abzuweisen.

Sollte jedoch schon ein weit vorangeschrittenes Stadium des Burnout Syndrom vorhanden sein und der Betroffene schafft es nicht mehr, sich aus eigener Kraft hochzuraffen, ist eine gezielte Therapie notwendig. Je nach Schwere und Ausgeprägtheit des Burnout Syndrom werden entweder ambulante oder stationäre Hilfestellungen angeboten, um den Betroffenen ein lukratives Leben zu ermöglichen.

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